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Allein auf der Bühne Euskirchen - Es gibt Ereignisse, vor denen hat jeder Veranstalter Angst. Man spricht dann meist von höherer Gewalt, wenn ein Künstler etwa krank wird. Oft werden Konzerte auch wegen mangelnder Nachfrage einfach abgesagt. Krankheit und wenig Interesse waren aber nicht der Grund, warum es am Donnerstagabend in der Comedia nur ein kurzer Konzertabend wurde. Vielmehr hatte das etwas mit einem brennenden Lastwagen auf der Autobahn 4 bei Eschweiler zu tun. Eigentlich wollten drei Musiker den Zuschauern im gut besuchten Konzertsaal orientalischen Jazz näher bringen. Doch vor dem Auftritt war der italienische Saxophonist und Klarinettist Alessandro Palmitessa als einziger des Trios anwesend. Er kam schließlich aus Köln. Die beiden anderen Musiker hingegen mussten aus Aachen nach Euskirchen reisen - und steckten mitten im Stau. Das Auto, in dem der irakische Lautenspieler Raed Khoshaba und der deutsch-türkische Percussionist Selman Sezek saßen, bewegte sich fast drei Stunden keinen Meter. Über Handy hatte zunächst Palmitessa, später auch Klaus Linden von der veranstaltenden Kulturinitiative Klösterchen ständig Kontakt zu den beiden Musikern. Missliche Lage Dem Publikum erzählte man vor dem Konzert nichts von der misslichen Lage. Stattdessen versuchte man mit einem Trick, Zeit zu schinden. Palmitessa sollte zunächst als Solist die Verbindung zwischen Orient und Okzident herstellen. Das machte er auch ausgesprochen überzeugend. Trotz fehlender Begleitung füllte seine Musik den Raum aus. So begann er an der Klarinette und vermischte ruhige italienische Klagelieder mit schnellem orientalischem Jazz. „In meiner Heimat Apulien im Süden Italiens leben viele Völker. Diese Mischung merkt man sowohl dem Dialekt als auch der Musik an.“ Die verschiedenen musikalischen Einflüsse wurden danach auch schnell erkennbar. Seinem Alt-Saxophon entlockte er melancholische Klänge. Doch immer wieder durchbrach er die Schwermut und ließ eine verspielte Melodie einfließen. Ein dynamisches Spiel stand dann im Mittelpunkt seines Vortrages am Sopran-Saxophon. Wohl akzentuierten, sekundenlangen Pausen folgte stakkatoartiges Spiel. In seinem letzten Beitrag wechselte er wieder zur Klarinette und trug ein beschwingtes Stück des südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim vor. Die Klavier-Vorlage arrangierte er vortrefflich um. Doch Palmitessas Einsatz war umsonst. Nach seinem halbstündigen Beitrag und 30 Minuten Pause brach Klaus Linden den Auftritt ab. Die beiden anderen Musiker hatten zu dem Zeitpunkt erst Düren erreicht, waren also noch rund 40 Minuten von Euskirchen entfernt. Das Konzert soll allerdings nachgeholt werden, vermutlich am 12. oder 13. September. Die gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit.
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